Liebe Gemeinden in Cleeberg und Espa,
seit dem 1. März 2009 wohne ich mit meiner Familie in Cleeberg und arbeite als Pfarrer in den Gemeinden in Cleeberg und Espa! Meine Frau, Charlotte Battenberg, und ich haben eine kleine Tochter von 1 ½ Jahren namens Alice. Meine ältere Tochter Lisa ist gerade 12 geworden und lebt bei ihrer Mutter in der Oberpfalz, wird aber auch oft bei uns im Cleeberger Pfarrhaus sein.
Meine Frau und ich stammen beide aus dem Raum Darmstadt, haben aber früher in Berlin gelebt. Ich hatte dort eine Stelle als Assistent an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität und habe angehende Pfarrer/innen und Religionslehrer/innen unterrichtet. Die Arbeit mit den Studierenden hat mir viel Spaß gemacht. Meine Frau schreibt derzeit an einer theologischen Doktorarbeit und wird anschließend das Referendariat machen, um als Lehrerin für Englisch und Religion arbeiten zu können. Auch das Leben in Berlin haben meine Frau und ich genossen – nicht zuletzt deshalb, weil wir dort geheiratet haben und dort unsere Tochter zur Welt kam. Was hat uns dann aber bewogen, von der Spree an den Cleebach zu ziehen?
Nun – meine Frau kennt Cleeberg schon seit längerem, und auch ich habe Ihre schöne Gegend schätzen gelernt, als wir hier vor ein paar Jahren einmal Urlaub gemacht haben. Und als die Stelle in Cleeberg und Espa im letzten Herbst ausgeschrieben war, dauerte es nicht lange, bis wir uns fragten: Wäre das nicht etwas? Und als wir dann noch einige Male hier waren, gefiel es uns immer besser: die beiden ganz unterschiedlichen, aber jeweils so prägnanten Kirchen, die sonnige Lage von Espa und der idyllische Pfarrgarten in Cleeberg, die schönen Arbeitsbedingungen im renovierten Rathaus – aber am meisten hat uns die herzliche, offene Art und Weise beeindruckt, in der wir hier begrüßt wurden. Wenn schon aufs Land, dann richtig, dachten wir, und wenn schon ins Dorf nach der Hauptstadt, dann nach Cleeberg und Espa!
Wir freuen uns darauf, dass unsere Tochter jetzt in einem so ganz anderen Umfeld größer werden kann. Wir beide waren viel unterwegs gewesen in den vergangenen Jahren – zuletzt waren wir von Berlin aus für ein halbes Jahr in Schweden, wo ich an einem Forschungsinstitut in Uppsala gearbeitet habe. All das war schön und anregend – aber es ist auch gut, wenn die Zeit des Umherziehens jetzt vorbei ist!
Auch während meiner Ausbildung bin ich viel hin- und hergezogen. Meinen Zivildienst habe ich noch in der Nähe von Darmstadt abgeleistet, in den Nieder-Ramstädter Heimen (heute: Nieder-Ramstädter Diakonie), wo ich in einer Frauen-Wohngruppe mitgearbeitet habe. Studiert habe ich dann in Heidelberg, Bonn und England – und in Heidelberg habe ich (unterbrochen von einem Jahr in den USA) auch meine Doktorarbeit geschrieben. Während des Vikariats in Jugenheim/Rheinhessen habe ich dann das Leben in einer ländlichen Gegend kennen und schätzen gelernt. Meine erste Pfarrstelle führte mich dann ebenfalls in einen kleinen Ort, der aber ganz anders aussieht: Falkenstein im Taunus liegt nicht weit von Frankfurt und gilt als besonders bevorzugte Wohnlage für Menschen, die in der Mainmetropole arbeiten, aber an ihrem Wohnort gern die Höhenluft genießen wollen. Wie unterschiedlich die Menschen sein können, die in einem so kleinen Ort leben, wie schwierig das aber auch für das Angebot einer Kirchengemeinde sein kann, hat mich sehr beschäftigt.
In meiner Freizeit mache ich gerne Musik (Klavier und manchmal auch Orgel) und bin im Freien unterwegs – auf Skiern oder Schlittschuhen im Winter, im Sommer im Ruderboot, zu Fuß oder auf dem Fahrrad. Viel werde ich in den kommenden Monaten in den beiden Dörfern unterwegs sein, denke ich, um möglichst viele von Ihnen kennenzulernen. Darauf freue ich mich!
Dr. Thomas Wabel, im Frühjahr 2009


