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Köhlerfest des Waldschmiedevereins

Der im Februar 2012 gegründete Waldschmiedeverein, mit Vereinssitz Langgöns-Cleeberg, beginnt zur Zeit seine Aktivitäten mit dem Aufbau eines Kohlenmeilers am Verbindungsweg zwischen Cleeberg und Espa. Dieser Meiler soll am 17. Juni, um 11 Uhr durch den Langgönser Bürgermeister Horst Röhrig, im Rahmen eines Köhlerfestes, entzündet werden.

Der Waldschmiedeverein beschäftigt sich mit historischen Handwerken rund um die Eisenverhüttung der vorindustriellen Zeit. Die zur Eisengewinnung benötigte Holzkohle wird im Kohlenmeiler selbst hergestellt. Die Eisenerze werden in der Region selber gesammelt oder geschürft. Die Eisenherstellung geschieht in Rennöfen nach historischen Vorbildern, die in unserer Gegend noch bis vor ca. 300 Jahren benutzt wurden. Die Erzbrocken müssen vor der Verarbeitung im Ofen zerkleinert und mit Zuschlagstoffen und Kohle gemischt werden.

Diese Arbeit machten früher ‚Pocher’ und ‚Möller’. Die Öfen wurden von Waldschmieden gebaut und betrieben, und zwar tatsächlich im Wald in der Nähe der Kohlenmeiler, da man auf einen Gewichtsteil Eisenerz ca. 2-3 Gewichtsteile Holzkohle benötigt. Der in den Rennöfen bei ca. 1200° C entstehende Eisenschwamm wurde nach ca. 20 Stunden Betriebszeit entnommen und von den Waldschmieden unter dem Hammer durch „Kneten“ und „Falten“ gereinigt und homogenisiert. Das Endprodukt der Waldschmiede waren vierkantige, beidseitig zu einer Spitze ausgeschmiedete sogenannte Spitzbarren. Diese waren Handelsware, die von den weiterverarbeitenden Schmieden zu Endprodukten verarbeitet wurden. Das Waldschmiedehandwerk wurde im Lahn- und Dill- Gebiet über viele Jahrhunderte sehr intensiv betrieben. Zeugnisse davon sind unzählige Meilerplätze und Halden von Rennofenschlacke, die noch heute in unseren Wäldern zu finden sind.

Die Erforschung und Ausübung all dieser Handwerke hat sich der Waldschmiedeverein zur Aufgabe gemacht.

Der Vorstand:

Zum Vereinspräsident wurde Jörg Reif  (Cleeberg) gewählt, zum Vizepräsident wurde Otmar Lauth (Usingen) berufen. Schatzmeister ist Jan Bechtel (Linden) und Schriftführerin ist Birgit Wick-Lauth (Usingen).

Sinn und Zweck des Vereins

… ist die Erforschung und Ausübung des Waldschmiedehandwerks und der zugehörigen Gewerke. Hierzu gehören z.B. die Köhlerei zur Herstellung von Holzkohle, der Abbau von Erz, historische Verfahren der Eisenverhüttung, wie die Herstellung schmiedbaren Eisen mittels Rennöfen und schließlich das Schmiedehandwerk.




Artikel veröffentlicht am 2. Juni 2012   

Kommentare (1)

  1. schauer sagt:

    Super Sache. Schön, dass Altes wieder aktuell ist und das auch noch in Cleeberg. Liebe Grüße an Fam. REIF

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